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Influencer: alles Werbung, oder was?

Influencer müssen Tags als Werbung kennzeichnen, selbst wenn sie für diese Werbung nicht bezahlt wurden, andernfalls liegt ein Wettbewerbsverstoß wegen Schleichwerbung vor. So entschied nun das Landgericht Karlsruhe.

Hintergrund: Ein Wettbewerbsverein hatte die deutsche Influencerin Pamela Reif verklagt und ihr Schleichwerbung auf Instagram vorgeworfen. Diese hatte Posts von sich veröffentlicht und diese mit Tags versehen. Letztere verwiesen auf die Marken der von ihr getragenen Kleidung, Accessoires etc. Beim Klick auf die Tags gelangte der Nutzer auf den Instagram-Account des Markenherstellers.

Für diese Tags wurde die Beklagte teilweise nicht bezahlt. Die Influencerin erklärte, dass die Tags dazu dienen sollten, Nachfragen, wie „Wo hast Du Dein Kleid gekauft?“, zuvor zu kommen.

Was sagt das Gesetz? Nach § 5a Abs. 6 UWG handelt unlauter, wer den kommerziellen Zweck einer geschäftlichen Handlung nicht zu erkennen gibt.

Das Gericht sah den kommerziellen Zweck der unbezahlten Tags darin, dass auch diese die geschäftlichen Aktivitäten der Beklagten fördern würden. Die Influencer-Werbung lebe gerade davon, dass private Authentizität und geschäftliche Interessen miteinander einhergehen, so das Gericht.

Fazit: Influencer sind zwar Marketing-Unternehmer. Letztlich muss es aber auch für Menschen, die von der Werbung leben, möglich sein, private Tipps und Empfehlungen abzugeben.

Aufgrund der aktuellen Rechtsprechung ist aber Influencern zu empfehlen, Posts und Tags mit Markenbezeichnungen als Werbung zu kennzeichnen.

Die Beklagte hat Berufung gegen die Entscheidung angekündigt. Es bleibt also spannend.

 

Autorin: Rechtsanwältin Dr. Brigitte Lanz, LL.M.

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